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Gefährdung von Pferden durch Giftpflanzen


Zur Überlebensstrategie der Pflanzen gehören nicht nur ihre große Regenerationsfähigkeit, sondern auch die Fähigkeit vieler Arten, sich mit mechanischen Mitteln, wie Stacheln oder Dornen, oder mit chemischen Mitteln gegen Räuber zu verteidigen. Um die Verteidigung mit Giftstoffen effektiv zu gestalten, weist fast jedes Gift ein Signal, einen charakteristischen, meistens bitteren Geschmack oder seltener einen typischen Geruch auf. Dieses Signal sowie das Aussehen der Pflanze, mit der evtl. bereits unangenehme Erfahrungen gemacht wurden, halten das Tier vom Verzehr ab. Vergiftungen von Wildtieren durch Pflanzen kommen daher äußerst selten vor.

Gefahren durch Giftpflanzen für Pferde

Domestizierte Tiere mißachten bisweilen die Warnsignale von Giftpflanzen und nehmen sie auf, besonders dann, wenn sie noch über wenig Erfahrung und großen Erkundungstrieb verfügen (Jungtiere).

Sportpferde sind den Gefahren von Giftpflanzen besonders ausgesetzt, weil sie bei Ausritten in unserer Kulturlandschaft mit ihnen unbekannten Pflanzen in Berührung kommen. Auch machen sich bei ihnen bereits leichte Vergiftungen störend bemerkbar, weil von ihnen im Gegensatz zu anderen Weidetieren besondere körperliche Leistungen verlangt werden.

Dennoch sollten die Gefahren der Vergiftung durch Pflanzen nicht überschätzt werden. Einheimische Giftpflanzen werden in unserer Monokulturlandschaft immer seltener. Bei Aufnahme von Mischfutter bleibt ihr Anteil gering. Von einer Pflanze mittlerer Toxizität müssen Pferde etwa 1 % bis 3 % ihres Körpergewichtes an Giftpflanzen aufnehmen, ehe Vergiftungssymptome sichtbar werden. Dennoch kann es bereits nach Aufnahme geringerer Mengen zu einer Leistungseinschränkung kommen.

Bei Pflanzen hoher Toxizität, z.B. bei der Eibe, können bereits 100 bis 200 g pro Tier tödlich sein.

Einen Überblick über einige Vergiftungen von Pferden mit Pflanzen ergibt eine Umfrage bei Tierärzten in Deutschland, die allerdings kein vollständiges Bild zeigt:

Eibe 4 Fälle (2 x 2 Pferde, 2 x 1 Pferd) stets tödlicher Ausgang

Robinie 4 Fälle (1 x 1 Pferd, 1 x 2 Pferde, 1 x 3 Pferde, 1 x 12 Pferde), 2 Pferde gingen ein

Adlerfarn 1 Fall (1 x 1 Pferd), tödlicher Ausgang

Hahnenfuß 1 Fall (1 x 10 Pferde), Kolik, Durchfall

Alpen-Greiskraut 1 Fall (1 x 10 Pferde). tollwutähnliche Symptome, Koliken, Ausgang nicht beschrieben

Feuerbohne 1 Fall (1 x 3 Pferde), grüne Feuerbohnenfrüchte im Futter, Erblindungen, Lähmungen, alle Pferde starben

Pflaumen 1 Fall (1 x 1 Pferd), unreife grüne Pflaumen, tödlicher Ausgang

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