Überbeisser:
 

Margarethe schreibt: Die oberen Schneidezähne meiner 7jährigen Stute stehen weiter vorn als die unteren und erreichen diese nicht. Müssen die Zähne gekürzt werden?

 

Sven Klawunder antwortet: Der Überbeißer ist ein Erbfehler. Wenn der Oberkiefer zu lang ist, berühren sich die Zähne nicht. Da sie zudem im Alter eine andere Stellung haben, kann es zu Schleimhautverletzungen kommen, wenn die Oberkieferschneidezähne in die Schleimhaut des Unterkiefers, oder die Unterkieferschneidezähne in das Gaumendach stoßen. In diesem Fall müssen die Zähne mit einem Elektrogerät abgeschliffen werden (meist Narkose notwendig). Eine mechanische Bearbeitung der Zähne mit Feile oder gar Kieferzange führt oft zu einem Zahnbruch; reicht dieser in die Wurzel hinein, gibt es Komplikationen und Vereiterungen.

 

Hufrollenentzündung:

Thomas schreibt: Was versteht man unter einer Hufrollenentzündung und wie kann man helfen? Hilft z. B. anderer Beschlag, oder was kann man sonst tun.

Sven Klawunder antwortet: Unter Hufrollenentzündung ist eine Reihe verschiedener Krankheiten im Bereich des Strahlbeines zu verstehen. Es kann zum einen das Strahlbein alleine oder eine der Strukturen in der Nachbarschaft des Strahlbeines betroffen sein. Dazu gehören der Schleimbeutel zwischen tiefer Beugesehne und Strahlbein, die tiefe Beugesehne selbst besonders am Ansatz zum Hufbein oder auch der hintere Teil des Hufgelenkes.

Zur Therapie ist Folgendes zu sagen: Zunächst einmal sind lokale Injektionen mit entzündungshemmenden Medikamenten in den Schleimbeutel erforderlich. Des weiteren wäre eine Therapie mit Isoxuprine angesagt. Das geht über die Fütterung. Wenn das nichts hilft muß man in der Regel einen Nervenschnitt durchführen. Beschlag kann Linderung bringen, richtet sich aber sehr nach der Hufform und Beschaffenheit. Eiereisen, verdickte Schenkel, Lederplatte, Polster - ganz entprechend der Situation.

Weidewarzen

Steffi fragt: Mein Pferd hat eine kleine, blutende Warze in der Maulgegend bekommen.
Er steht seit einiger Zeit auf der Weide. Kann es sich um eine Allergie gegen eine Pflanze handeln?

Sven Klawunder antwortet: Eine Allergie gegen eine Pflanze möchte ich fast ausschließen. Es dürfte sich um sogenannte Weidewarzen handeln. Das sind meistens mehrere kleine, teils blutige Gebilde in der Maulgegend.
Meisten gehen sie genauso schnell weg, wie sie gekommen sind. Halten Sie es aber in jedem Fall im Auge, ob es mehr werden, oder ob sie sich vergrößern. Dann sollten Sie einen Tierarzt konsultieren.
Für die Behandlung von Weidewarzen Thuja extern 1:4 mit Wasser verdünnen und die betroffenen Stellen 1x tägl. abtupfen.
Alternativ können Sie die Warzen auch mit Teebaumöl einreiben.

 

 

Karpfenrücken

Klaus-Werner fragt: Ist vom Kauf eines Pferdes mit Karpfenrücken in jedem Fall abzuraten oder was ist speziell zu beachten?

Sven Klawunder antwortet: Beim Karpfenrücken bildet die Wirbelsäule einen Bogen nach oben, sie ist weniger biegsam und hat erheblich an Elastizität verloren. Die Schwungkraft der Hinterhand wird nicht mehr durchlässig nach vorn übertragen, was oft zu vorzeitigem Verschleiß der Vorhand führt. Vielfach findet man Karpfenrücken bei importierten Pferden, die zu früh als Wagenpferd eingesetzt waren. Jedoch kann auch eine langwierige schmerzhafte Erkrankung des Tieres zum Karpfenrücken geführt haben. Auf einem solchen Pferd wird man "geprellt" und sitzt sehr unbequem. Ich selbst würde ein solches Pferd nicht kaufen.