Verletzungen des Beines
 

Verletzungen an den Beinen sind relativ häufig und müssen, da sie sehr infektionsgefährdet sind, grundsätzlich verbunden werden. Damit wird eine (weitere) Verschmutzung verhindert und einer Schwellung durch den Druck des Verbandes vorgebeugt. 

 

 

Jede Beinwunde birgt zudem das Risiko eines Einschusses (Phlegmone) - siehe dort - und ist tetanusgefährdet.Anzeichen: Schnitt-, Riß-, Stich-, Biß-, Tritt-, Hautwunden, Blutungen in unterschiedlichster Menge, evtl. auch Lahmheit.

Gegenmaßnahmen: Nur ganz oberflächliche Hautwunden mit filmbildendem Abdeckspray behandeln. Alle anderen Wunden nur verbinden, keine Sprays oder Puder benutzen, keine Salben auftragen! Den Tierarzt rufen!

ACHTUNG: Unbedingt für ausreichende Polsterung des Verbandes sorgen, da die Haut sonst abgeschnürt wird und abstirbt. Im Strahl blutende arterielle Wunden mit Druckverband zum Stillstand bringen.

 
Bissverletzungen

Pferde können sich gegenseitig quetschende Bissverletzungen beibringen. Bleibt dabei die Haut intakt, geht der Bluterguss bald zurück. Gelangen jedoch dabei Keime unter die Haut, breiten sie sich schnell im Gewebe aus und können großen Schaden anrichten. 

Hundebisse, deren Tiefe oft kaum abzuschätzen ist, verursachen meist eiternde Entzündungen. Zudem können sie Schäden an Gelenken oder Sehnen verursacht haben.

Anzeichen: Hundebiss: Kleine nadelstichähnliche Verletzungen an Beinen, Maul, Nüstern. Pferdebiß: Zweigeteilte gequetschte Fellabschabungen im Rücken- und Kruppenbereich.

Gegenmaßnahmen: Wunde steril abdecken, polstern und bandagieren. Alle Verbände an Beinen müssen dick abgepolstert werden, um ein Absterben der Haut zu verhindern! Größere Pferdebisse sowie sämtliche Hundebisse tierärztlich untersuchen lassen. Bei Hundebiss den Tollwut-Impfschutz kontrollieren (es könnte auch ein tollwütiger Fuchs gewesen sein!) und bei jeder Art von Bissen den Tetanusschutz überprüfen.

 

Durchfall

Häufig und harmlos sind Ernährungsfehler (plötzliche Umstellung auf Weide, Koppel mit rohfaserarmem Gras, verdorbene Futtermittel). Auch in Stresssituationen, Erschöpfungszuständen und Erkrankungen können zu Durchfall führen. Anzeichen: Oberschenkel innen kotverschmutzt, breiiger, wässriger oder wasserdünner Kot, fauliger übler Geruch, auch Krämpfe, Blähungen.

Gegenmaßnahmen: Breiiger Durchfall: Heilt normalerweise von selbst; Unterstützung durch Gabe von 1 Liter Dickmilch, Joghurt oder Kefir mit Kleie oder Quetschhafer, verteilt auf dreimal täglich. Bei sehr breiig erscheinendem Durchfall ein Fastentag, danach mit sehr geringen Mengen guten Heues anfüttern. Immer sauberes Wasser bereitstellen! Wenn nach drei bis fünf Tagen keine Besserung, Tierarzt verständigen.

Wässriger und jede andere Art von Durchfall muß umgehend vom Tierarzt behandelt werden.

 

 

Druse

Diese sehr ansteckende bakterielle Infektionskrankheit tritt besonders häufig bis zum 6. Lebensjahr auf und äußert sich durch Vereiterung der Lymphknoten am Kopf. Gefahr besteht, wenn ältere Pferde erstmalig oder Fohlen ohne Antikörper infiziert werden.

Anzeichen: Abgeschlagenheit, Futterverweigerung, Fieber, schmerzhaftes deutliches Anschwellen der Lymphknoten am Kopf, Schluckbeschwerden.

Gegenmaßnahmen: Beim geringsten Verdacht Tierarzt rufen! Pferd völlig ruhigstellen, isolieren um Verschleppung oder Ausbreitung vorzubeugen.